Wie Lernen Struktur bekommt und dabei lebendig bleibt
So gerne suche ich das Lernen auf einem Bogen aus der Kinderkladde. Die Tabelle mit dem Titel ‚Säuger der Lüfte“, entstanden im Juli 2025, ist ein tolles Fundstück. Fünf Spalten, eigenständige Formulierungen, eine Mischung aus Sachwissen, Humor und Fantasie. Man sieht sofort, hier wurde nicht einfach abgeschrieben. Hier wurde gedacht, geordnet und ausprobiert.
Das Kind arbeitet mit einem starken Raster, Tierart, Habitat, Flugtechnik, Verhalten, Futter. Diese Struktur gibt Orientierung und macht Vergleiche möglich. Innerhalb dieses Rahmens entstehen Texte, die fachliche Inhalte aufgreifen und in eigene Sprache überführen. Begriffe wie Echolot, Kolonie oder Flughaut zeigen, dass Wissen verstanden und weiterverarbeitet wurde, auch wenn einzelne Formulierungen noch tastend bleiben. Lernen geschieht hier im Prozess und nicht als reine Ergebnisproduktion.
Freie Schule Christophine · Säuger der Lüfte · Juli 2025
Besonders interessant ist die Verbindung von Sachlernen und Imagination. Neben Fledermaus, Flughund und Gleithörnchen taucht plötzlich der Segelohrelefant auf, eine Fantasiefigur, eingebettet in dieselbe Ordnung. Das wirkt nicht beliebig. Es zeigt, dass Vorstellungskraft und Wissen gemeinsam denken dürfen. Fantasie wird nicht ausgesperrt, sondern bewusst mitgeführt.
Die Arbeit ist nicht perfekt. Rechtschreibung schwankt, einige Felder bleiben knapper, anderes ist überraschend differenziert. Genau darin liegt ihr pädagogischer Wert. Man erkennt Suchbewegungen, Unsicherheiten, Mut zum eigenen Ausdruck. Fehler sind Teil eines persönlichen Lernwegs. Das verweist auf eine Lernkultur, die Zutrauen schenkt und Entwicklung ernst nimmt. Das ist Christophine.
Gleichzeitig zeigt sich, wie der Unterricht gerahmt ist, strukturiert, aber nicht eng. Eine Tabelle als Gerüst, darin eigene Gedanken, eigene Sprache, eigene Zugänge. Struktur gibt Orientierung, Offenheit ermöglicht Selbsttätigkeit. So entsteht Lernen, das nicht nur Wissen sammelt, sondern Bedeutungen bildet.
In diesem Stück Kinderarbeit wird die Marbacher Pädagogik sichtbar, die Kinder als denkende und gestaltende Subjekte anerkennt. Sie verbindet Fachlichkeit mit Ausdruck, Ordnung mit Freiheit, Ernsthaftigkeit mit Humor. Sie vertraut darauf, dass Lernen nicht glatt sein muss, um wertvoll zu sein.
Vielleicht macht genau das die Säuger-Tabelle so stark. Sie zeigt nicht nur, was ein Kind weiß. Sie zeigt, wie es denkt, wie es sich annähert, ausprobiert, strukturiert und zugleich seine eigene Stimme findet. Ein kleines Dokument von Lernen im Werden — und ein leiser Hinweis darauf, was Marbacher Pädagogik leisten kann.
Wie Lernen Struktur bekommt und dabei lebendig bleibt
So gerne suche ich das Lernen auf einem Bogen aus der Kinderkladde. Die Tabelle mit dem Titel ‚Säuger der Lüfte“, entstanden im Juli 2025, ist ein tolles Fundstück. Fünf Spalten, eigenständige Formulierungen, eine Mischung aus Sachwissen, Humor und Fantasie. Man sieht sofort, hier wurde nicht einfach abgeschrieben. Hier wurde gedacht, geordnet und ausprobiert.
Das Kind arbeitet mit einem starken Raster, Tierart, Habitat, Flugtechnik, Verhalten, Futter. Diese Struktur gibt Orientierung und macht Vergleiche möglich. Innerhalb dieses Rahmens entstehen Texte, die fachliche Inhalte aufgreifen und in eigene Sprache überführen. Begriffe wie Echolot, Kolonie oder Flughaut zeigen, dass Wissen verstanden und weiterverarbeitet wurde, auch wenn einzelne Formulierungen noch tastend bleiben. Lernen geschieht hier im Prozess und nicht als reine Ergebnisproduktion.
Besonders interessant ist die Verbindung von Sachlernen und Imagination. Neben Fledermaus, Flughund und Gleithörnchen taucht plötzlich der Segelohrelefant auf, eine Fantasiefigur, eingebettet in dieselbe Ordnung. Das wirkt nicht beliebig. Es zeigt, dass Vorstellungskraft und Wissen gemeinsam denken dürfen. Fantasie wird nicht ausgesperrt, sondern bewusst mitgeführt.
Die Arbeit ist nicht perfekt. Rechtschreibung schwankt, einige Felder bleiben knapper, anderes ist überraschend differenziert. Genau darin liegt ihr pädagogischer Wert. Man erkennt Suchbewegungen, Unsicherheiten, Mut zum eigenen Ausdruck. Fehler sind Teil eines persönlichen Lernwegs. Das verweist auf eine Lernkultur, die Zutrauen schenkt und Entwicklung ernst nimmt. Das ist Christophine.
Gleichzeitig zeigt sich, wie der Unterricht gerahmt ist, strukturiert, aber nicht eng. Eine Tabelle als Gerüst, darin eigene Gedanken, eigene Sprache, eigene Zugänge. Struktur gibt Orientierung, Offenheit ermöglicht Selbsttätigkeit. So entsteht Lernen, das nicht nur Wissen sammelt, sondern Bedeutungen bildet.
In diesem Stück Kinderarbeit wird die Marbacher Pädagogik sichtbar, die Kinder als denkende und gestaltende Subjekte anerkennt. Sie verbindet Fachlichkeit mit Ausdruck, Ordnung mit Freiheit, Ernsthaftigkeit mit Humor. Sie vertraut darauf, dass Lernen nicht glatt sein muss, um wertvoll zu sein.
Vielleicht macht genau das die Säuger-Tabelle so stark. Sie zeigt nicht nur, was ein Kind weiß. Sie zeigt, wie es denkt, wie es sich annähert, ausprobiert, strukturiert und zugleich seine eigene Stimme findet. Ein kleines Dokument von Lernen im Werden — und ein leiser Hinweis darauf, was Marbacher Pädagogik leisten kann.
LO · Januar 2026